Die Veränderungen im neuen FinOps-Modell: Was ändert sich operativ?
Die kontinuierliche Weiterentwicklung des FinOps-Frameworks spiegelt die dynamischen Anforderungen und Best Practices im Cloud-Finanzmanagement wider. Die jüngsten Änderungen im Jahr 2024 bringen bedeutende Neuerungen mit sich, die sich direkt auf operative Prozesse auswirken. In diesem Artikel beleuchten wir die wesentlichsten Unterschiede zwischen der alten und der neuen Version des FinOps-Frameworks und erläutern, was diese konkret für das operative Geschäft bedeuten.
Die aktualisierte Definition von FinOps
Eine der zentralen Änderungen betrifft die Definition von FinOps. Die neue Definition lautet:
FinOps ist ein operatives Rahmenwerk und eine kulturelle Praxis, die den Geschäftswert der Cloud maximiert, zeitnahe datengestützte Entscheidungen ermöglicht und finanzielle Verantwortlichkeit durch Zusammenarbeit zwischen Engineering‑, Finanz- und Geschäftsteams schafft. (finops.org)
Im Vergleich zur vorherigen Definition, die FinOps als eine sich entwickelnde Disziplin des Cloud-Finanzmanagements beschrieb, betont die aktualisierte Version stärker die kulturelle Praxis und die Maximierung des Geschäftswerts. Diese Neuausrichtung unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit und der datengestützten Entscheidungsfindung im FinOps-Prozess.
Vereinfachte Struktur des Frameworks
Das FinOps-Framework wurde neu strukturiert, um eine klarere und einfachere Navigation zu ermöglichen. Die Anzahl der Domains wurde reduziert, und die Bezeichnungen der Domains und Capabilities wurden überarbeitet, um die aktuellen Best Practices besser widerzuspiegeln. Diese Änderungen erleichtern es den Anwendern, die verschiedenen Aspekte des Frameworks zu verstehen und anzuwenden. (finops.org)
Was bedeutet das für das operative Doing?
- Effizientere Implementierung: Durch die vereinfachte Struktur ist es für Unternehmen leichter, FinOps-Prozesse zu integrieren, ohne sich in zu vielen komplexen Details zu verlieren.
- Schnellere Entscheidungswege: Weniger, aber klar definierte Domains helfen Teams, effizienter zu arbeiten und sich schneller auf Optimierungspotenziale zu konzentrieren.
- Bessere Messbarkeit: Klare Strukturen und neue Metriken ermöglichen eine einfachere Evaluierung der FinOps-Praktiken.
Erweiterung der Personas und Capabilities
Die neue Version des Frameworks führt zusätzliche Personas und Capabilities ein, die die Vielfalt der Rollen und Verantwortlichkeiten im FinOps-Bereich widerspiegeln. Diese Erweiterung ermöglicht eine präzisere Zuordnung von Aufgaben und fördert eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Teams. (finops.org)
Konkrete Auswirkungen auf die Praxis
- Mehr Klarheit in den Zuständigkeiten: Unternehmen können FinOps-Rollen spezifischer definieren und Verantwortlichkeiten genauer zuweisen.
- Gezieltere Schulungsprogramme: Mit der Einführung neuer Personas ist es notwendig, Weiterbildungen anzupassen und Mitarbeiter entsprechend ihrer spezifischen Rolle im FinOps-Prozess zu schulen.
- Stärkere Integration mit anderen Unternehmensbereichen: Die neuen Rollen erfordern eine intensivere Abstimmung zwischen IT, Finance und Management, wodurch FinOps als strategische Disziplin weiter gestärkt wird.
Mehr Fokus auf Automatisierung und KI
Das neue FinOps-Modell betont den verstärkten Einsatz von Automatisierung und künstlicher Intelligenz (KI), um FinOps-Prozesse effizienter zu gestalten. Während die vorherige Version von FinOps bereits Best Practices für das Cloud-Kostenmanagement bot, wird nun verstärkt auf den Einsatz von Automatisierungstechnologien gesetzt.
Wichtige Neuerungen
- Automatisierte FinOps-Prozesse: Neue Richtlinien fordern den vermehrten Einsatz von Automatisierung zur Überwachung und Optimierung von Cloud-Kosten.
- Einsatz von KI-gestützten Analysen: FinOps-Teams werden ermutigt, Machine Learning und künstliche Intelligenz zur Mustererkennung und Kostenprognose einzusetzen.
- Dynamische Budgetanpassung: Automatisierte Systeme können Budgets in Echtzeit anpassen, um Kostenexplosionen zu vermeiden.
Wie ändert sich das operative Doing?
- Reduzierung manueller Aufwände: Durch Automatisierung wird weniger Zeit für manuelle Analysen benötigt, sodass sich Teams auf strategische Optimierungen konzentrieren können.
- Präzisere Vorhersagen: KI-gestützte Analysen helfen, Kostenentwicklungen besser zu prognostizieren und Budgetüberschreitungen frühzeitig zu erkennen.
- Bessere Ressourcennutzung: Automatisierte Skalierung sorgt dafür, dass ungenutzte Ressourcen effizienter verwaltet werden.
Neue KPIs und Metriken
Die Überarbeitung des FinOps-Frameworks führt auch neue Key Performance Indicators (KPIs) und Metriken ein. Diese neuen Messwerte helfen Unternehmen, ihre Cloud-Ausgaben besser zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Beispiele neuer KPIs:
- FinOps Adoption Index: Misst, wie gut ein Unternehmen FinOps-Prinzipien in seinen Cloud-Prozessen implementiert hat.
- Realized Savings Rate: Bewertet den Anteil der identifizierten Kostenoptimierungspotenziale, die tatsächlich umgesetzt wurden.
- Unit Economics Metrics: Erlauben eine granularere Analyse der Cloud-Kosten pro Anwendung oder pro Team.
Bedeutung für das operative Geschäft
- Neue Benchmark-Möglichkeiten: Unternehmen können ihre Effizienz besser mit anderen Organisationen vergleichen.
- Gezieltere Optimierungsmaßnahmen: Detailliertere KPIs ermöglichen eine genauere Steuerung der Cloud-Kosten.
- Bessere Stakeholder-Kommunikation: Präzisere KPIs helfen dabei, den Mehrwert von FinOps gegenüber Management und Finanzabteilung zu verdeutlichen.
Fazit: Was Unternehmen jetzt tun sollten
Die neue Version des FinOps-Frameworks bringt erhebliche Änderungen mit sich, die für Unternehmen sowohl Herausforderungen als auch Chancen darstellen. Um sich optimal auf die Neuerungen einzustellen, sollten Unternehmen folgende Maßnahmen ergreifen:
- Schulungen und Awareness-Maßnahmen starten: Mitarbeiter sollten mit den neuen Prinzipien, Personas und Capabilities vertraut gemacht werden.
- Automatisierung vorantreiben: Unternehmen sollten verstärkt auf Automatisierung und KI-gestützte Analysen setzen, um FinOps-Prozesse effizienter zu gestalten.
- KPIs und Metriken neu ausrichten: Die neuen Kennzahlen sollten in die bestehende FinOps-Strategie integriert werden, um Cloud-Kosten noch gezielter zu optimieren.
- Zusammenarbeit intensivieren: Der kulturelle Aspekt von FinOps gewinnt an Bedeutung – Unternehmen sollten daher die Zusammenarbeit zwischen IT, Finance und Management stärker fördern.
Mit diesen Maßnahmen können Unternehmen sicherstellen, dass sie die Vorteile des neuen FinOps-Modells bestmöglich nutzen und ihre Cloud-Kosten nachhaltig optimieren.
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