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SaaS — Kosteneinsparung oder Kostenschleuder?

SaaS – Kostenerfassung und Verrechnung im IT Financial Management

Soft­ware-as-a-Ser­vice (SaaS) hat die Art und Wei­se, wie Unter­neh­men Soft­ware nut­zen, revo­lu­tio­niert. Dank der ein­fa­chen Bereit­stel­lung, Ska­lier­bar­keit und nut­zungs­ba­sier­ten Abrech­nung bie­ten SaaS-Model­le vie­le Vor­tei­le, die Unter­neh­men agil und fle­xi­bel machen. Doch mit der stei­gen­den Anzahl an SaaS-Anwen­dun­gen wach­sen auch die Her­aus­for­de­run­gen in der Kos­ten­er­fas­sung und Ver­rech­nung. Ohne eine struk­tu­rier­te Her­an­ge­hens­wei­se kann es schnell pas­sie­ren, dass Kos­ten unkon­trol­liert anwach­sen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten ver­schwim­men. In die­sem Arti­kel beleuch­ten wir, wie Unter­neh­men SaaS-Kos­ten effi­zi­ent erfas­sen, ana­ly­sie­ren und ver­rech­nen kön­nen – ein zen­tra­ler Bau­stein des IT Finan­cial Manage­ments (ITFM).

Die Bedeutung der SaaS-Kosten im ITFM

SaaS-Diens­te machen heut­zu­ta­ge einen erheb­li­chen Anteil am IT-Bud­get vie­ler Unter­neh­men aus. Dabei spie­len sie im ITFM eine dop­pel­te Rol­le: Einer­seits geht es dar­um, Trans­pa­renz über die ent­ste­hen­den Kos­ten zu schaf­fen, ande­rer­seits sol­len die­se kon­trol­liert und opti­miert wer­den. Ein kla­rer Über­blick ermög­licht nicht nur eine bes­se­re Bud­get­pla­nung, son­dern hilft auch dabei, unnö­ti­ge Aus­ga­ben zu ver­mei­den und die Effi­zi­enz zu stei­gern.

Eine trans­pa­ren­te Kos­ten­er­fas­sung legt die Grund­la­ge für fun­dier­te Ent­schei­dun­gen. Unter­neh­men kön­nen so iden­ti­fi­zie­ren, wel­che Abtei­lun­gen SaaS-Diens­te nut­zen, wel­che Anwen­dun­gen red­un­dant sind und wo Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le bestehen. Ohne eine kla­re Stra­te­gie ris­kie­ren Unter­neh­men jedoch, den Über­blick zu ver­lie­ren – ins­be­son­de­re dann, wenn ver­schie­de­ne Fach­be­rei­che eigen­stän­dig Lizen­zen erwer­ben.

Herausforderungen bei der Kostenerfassung

Die Erfas­sung von SaaS-Kos­ten ist oft kom­ple­xer, als es auf den ers­ten Blick scheint. Ein zen­tra­les Pro­blem besteht dar­in, dass SaaS-Beschaf­fun­gen häu­fig dezen­tral erfol­gen. Fach­ab­tei­lun­gen schlie­ßen Abon­ne­ments direkt ab, ohne das IT-Finanz­team zu invol­vie­ren. Dies führt nicht nur zu Intrans­pa­renz, son­dern erschwert auch die Kon­so­li­die­rung der Aus­ga­ben.

Dar­über hin­aus exis­tie­ren zahl­rei­che Abrech­nungs­mo­del­le: Eini­ge Anbie­ter ver­lan­gen monat­li­che Zah­lun­gen, ande­re bie­ten jähr­li­che Abon­ne­ments an, wäh­rend wie­der ande­re nut­zungs­ba­sier­te Abrech­nun­gen ein­set­zen. Dies macht eine stan­dar­di­sier­te Erfas­sung schwie­rig und erfor­dert fle­xi­ble Sys­te­me, die in der Lage sind, unter­schied­li­che Rech­nungs­for­ma­te zu ver­ar­bei­ten.

Lösungs­an­satz: Eine zen­tra­le SaaS-Manage­ment-Platt­form, die sämt­li­che Abon­ne­ments erfasst, bie­tet hier Abhil­fe. Zusätz­lich soll­te ein klar defi­nier­ter Geneh­mi­gungs­pro­zess für neue SaaS-Abon­ne­ments eta­bliert wer­den, um unkon­trol­lier­te Aus­ga­ben zu ver­mei­den.

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Methoden zur Kostenerfassung

Um SaaS-Kos­ten effek­tiv zu erfas­sen, gibt es ver­schie­de­ne Ansät­ze. Eine Mög­lich­keit besteht in der Nut­zung auto­ma­ti­sier­ter Tools wie saas­me­trix oder Torii, die spe­zi­ell dar­auf aus­ge­legt sind, SaaS-Aus­ga­ben zu über­wa­chen und zu ver­wal­ten. Die­se Tools bie­ten umfas­sen­de Dash­boards, die einen schnel­len Über­blick über sämt­li­che Abon­ne­ments und deren Kos­ten ermög­li­chen.

Alter­na­tiv kön­nen Unter­neh­men auf manu­el­le Erfas­sungs­me­tho­den set­zen, etwa durch die regel­mä­ßi­ge Prü­fung von Kre­dit­kar­ten­ab­rech­nun­gen und Rech­nun­gen. Die­se Metho­de erfor­dert jedoch einen hohen Zeit­auf­wand und birgt das Risi­ko von Über­se­hen ein­zel­ner Posi­tio­nen.

Die wohl effi­zi­en­tes­te Metho­de besteht in der Inte­gra­ti­on der SaaS-Kos­ten­er­fas­sung in bestehen­de ERP- oder ITFM-Sys­te­me. So wer­den alle rele­van­ten Kos­ten an einem zen­tra­len Ort gebün­delt, was die Ana­ly­se und Opti­mie­rung erheb­lich erleich­tert.

Best Prac­ti­ce: Die Kom­bi­na­ti­on aus auto­ma­ti­sier­ter Erfas­sung und regel­mä­ßi­gen Reviews durch das IT-Finanz­team stellt sicher, dass kei­ne Kos­ten über­se­hen wer­den und gleich­zei­tig Hand­lungs­spiel­räu­me erkannt wer­den kön­nen.

Verrechnungsmodelle für SaaS-Kosten

Die Ver­rech­nung von SaaS-Kos­ten ist ein wich­ti­ger Bestand­teil des ITFM, da sie sicher­stellt, dass Kos­ten ver­ur­sa­chungs­ge­recht zuge­ord­net wer­den. Hier­bei haben sich ver­schie­de­ne Model­le eta­bliert:

  • Direk­te Ver­rech­nung: In die­sem Modell wer­den die SaaS-Kos­ten direkt der nut­zen­den Abtei­lung zuge­wie­sen. Dies sorgt für maxi­ma­le Trans­pa­renz und ein kla­res Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.
  • Kos­ten­schlüs­sel: Alter­na­tiv kön­nen die Kos­ten anhand bestimm­ter Para­me­ter ver­teilt wer­den, etwa der Anzahl der Nut­zer pro Abtei­lung, dem Spei­cher­ver­brauch oder ande­ren rele­van­ten Metri­ken.
  • Flat-Fee-Modell: Hier­bei wer­den die Gesamt­kos­ten gleich­mä­ßig auf alle Abtei­lun­gen ver­teilt. Die­ses Modell eig­net sich beson­ders für Anwen­dun­gen, die unter­neh­mens­weit genutzt wer­den.

Emp­feh­lung: Eine direk­te Ver­rech­nung in Kom­bi­na­ti­on mit einem trans­pa­ren­ten Report­ing hat sich als beson­ders effek­tiv erwie­sen. Sie schafft nicht nur Klar­heit über die Kos­ten­ver­ant­wor­tung, son­dern moti­viert die Abtei­lun­gen auch, ihre Aus­ga­ben regel­mä­ßig zu über­prü­fen.

Optimierung der SaaS-Kosten

Ein struk­tu­rier­ter Ansatz zur Opti­mie­rung der SaaS-Kos­ten beginnt mit einer detail­lier­ten Ana­ly­se der bestehen­den Abon­ne­ments. Hier­bei las­sen sich oft unge­nutz­te Lizen­zen oder red­un­dan­te Tools iden­ti­fi­zie­ren. In vie­len Unter­neh­men exis­tie­ren bei­spiels­wei­se meh­re­re gleich­ar­ti­ge Tools in der Cloud, die ähn­li­che Funk­tio­nen bie­ten – eine Kon­so­li­die­rung kann hier erheb­li­che Ein­spa­run­gen brin­gen.

Tipp: Die enge Zusam­men­ar­beit zwi­schen IT, Finanz­ab­tei­lung und Fach­be­rei­chen ist ent­schei­dend. Gemein­sa­me Reviews und ein trans­pa­ren­ter Infor­ma­ti­ons­aus­tausch hel­fen, unnö­ti­ge Kos­ten zu ver­mei­den und die Nut­zung der SaaS-Anwen­dun­gen kon­ti­nu­ier­lich zu opti­mie­ren.

Fazit

Die effi­zien­te Erfas­sung und Ver­rech­nung von SaaS-Kos­ten sind essen­zi­el­le Bestand­tei­le eines moder­nen IT Finan­cial Manage­ments. Durch eine zen­tra­le Erfas­sung, trans­pa­ren­te Ver­rech­nung und kon­ti­nu­ier­li­che Opti­mie­rung las­sen sich nicht nur Kos­ten sen­ken, son­dern auch die Ver­ant­wor­tung inner­halb des Unter­neh­mens klar defi­nie­ren. Unter­neh­men, die pro­ak­tiv vor­ge­hen, sichern sich damit nicht nur finan­zi­el­le Vor­tei­le, son­dern auch eine bes­se­re Steue­rung ihrer IT-Res­sour­cen.

Haben Sie bereits eine Stra­te­gie für Ihr SaaS-Kos­ten­ma­nage­ment? Falls nicht, könn­te es an der Zeit sein, Ihre aktu­el­le Kos­ten­struk­tur zu durch­leuch­ten. Die Ergeb­nis­se wer­den Sie womög­lich über­ra­schen.

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