Typische Fehler bei der Cloudmigration
Die Migration in die Cloud verspricht Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz. Doch viele Unternehmen erleben nach dem Umzug eine böse Überraschung: Die erhofften Einsparungen bleiben aus, stattdessen steigen die Kosten unerwartet an. In diesem Artikel beleuchten wir typische Fehler bei der Cloudmigration, die zu solchen Kostenexplosionen führen, und zeigen auf, wie man sie vermeiden kann.
Unzureichende Planung und Bewertung
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Planung vor der Migration. Ohne eine gründliche Analyse der bestehenden IT-Infrastruktur, Anwendungen und Daten können unvorhergesehene Probleme auftreten. Laut TechTarget gehen bis zu 75 % der Cloud-Migrationsprojekte über das Budget hinaus, oft aufgrund fehlender Vorbereitung .Informa +
Empfehlung: Führen Sie eine umfassende Bestandsaufnahme durch, inklusive Infrastruktur, Anwendungen, Datenabhängigkeiten und Sicherheitsanforderungen. Nutzen Sie automatisierte Tools zur Erkennung von Abhängigkeiten und planen Sie Pilotmigrationen, um Risiken zu minimieren.
Versteckte und eskalierende Kosten
Die Cloud bietet ein Pay-as-you-go-Modell, das auf den ersten Blick kosteneffizient erscheint. Doch ohne genaue Kenntnis der Preisstrukturen können versteckte Kosten entstehen. Beispielsweise können Datenübertragungskosten (Egress Fees) bis zu 27 % des Cloud-Budgets ausmachen .
Empfehlung: Analysieren Sie die Preisstrukturen der Cloud-Anbieter genau. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die offensichtlichen Kosten für Rechenleistung und Speicher, sondern auch Gebühren für Datenübertragungen, spezielle Speicherklassen und zusätzliche Services.
Fehlende oder unzureichende Anwendungseinschätzung
Nicht alle Anwendungen sind für eine direkte Migration in die Cloud geeignet. Ein “Lift-and-Shift”-Ansatz, bei dem Anwendungen ohne Anpassung migriert werden, kann zu ineffizienter Ressourcennutzung und höheren Betriebskosten führen .Forbes
Empfehlung: Bewerten Sie jede Anwendung individuell hinsichtlich ihrer Cloud-Tauglichkeit. Überlegen Sie, ob eine Re-Architektur oder der Einsatz von SaaS-Alternativen sinnvoller ist.
Überprovisionierung von Ressourcen
Aus Angst vor Leistungsengpässen neigen viele Unternehmen dazu, mehr Ressourcen zu buchen als nötig. Dies führt zu unnötigen Kosten. Ein Beispiel: Ein Unternehmen migrierte seine Systeme in die Cloud und stellte fest, dass die gebuchten Ressourcen weit über dem tatsächlichen Bedarf lagen, was zu erheblichen Mehrkosten führte .
Empfehlung: Nutzen Sie Monitoring-Tools, um den tatsächlichen Ressourcenbedarf zu ermitteln, und passen Sie die gebuchten Ressourcen entsprechend an. Erwägen Sie den Einsatz von Auto-Scaling, um Ressourcen dynamisch anzupassen.
Vernachlässigung von Abhängigkeiten zwischen Anwendungen
Anwendungen sind oft miteinander verknüpft. Wird eine Anwendung ohne Berücksichtigung ihrer Abhängigkeiten migriert, kann es zu Leistungsproblemen oder Ausfällen kommen. Ein Beispiel: Ein Gesundheitsdienstleister migrierte sein Patientendatenmanagementsystem, ohne die Abhängigkeit zum Abrechnungssystem zu berücksichtigen, was zu erheblichen Betriebsstörungen führte.
Empfehlung: Führen Sie eine gründliche Analyse der Anwendungsabhängigkeiten durch und planen Sie die Migration entsprechend, um Unterbrechungen zu vermeiden.
Unzureichende Schulung und Change Management
Die Einführung neuer Technologien erfordert oft neue Kompetenzen. Ohne angemessene Schulung können Mitarbeiter Schwierigkeiten haben, die neuen Systeme effektiv zu nutzen, was zu Produktivitätseinbußen und erhöhtem Supportbedarf führt .
Empfehlung: Investieren Sie in umfassende Schulungsprogramme und ein effektives Change Management, um die Akzeptanz und effiziente Nutzung der Cloud-Lösungen sicherzustellen.
Fazit
Die Migration in die Cloud bietet viele Vorteile, birgt jedoch auch Risiken. Durch sorgfältige Planung, umfassende Analysen und kontinuierliches Monitoring können Unternehmen typische Fehler vermeiden und die Vorteile der Cloud voll ausschöpfen.
In den kommenden Artikeln dieser Reihe werden wir weitere Aspekte des Cloud Financial Managements beleuchten, darunter effektives Tagging, Showback/Chargeback-Modelle und die Herausforderungen in Multi-Cloud-Umgebungen.
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