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FinOps-Forecasting

Wie FinOps Ihre Cloud-Prognose verbessert – Gruppenbasiertes Forecasting in der Praxis

Cloud-Kos­ten sind vola­til, dyna­misch – und ohne gute Pro­gno­se­mo­del­le kaum kon­trol­lier­bar. Klas­si­sche Bud­get­me­tho­den sto­ßen bei der Cloud oft an ihre Gren­zen. Der Grund: Cloud ist kein Fix­kos­ten­mo­dell mehr, son­dern ver­brauchs­ge­trie­ben, dezen­tral gesteu­ert und tech­nisch getrie­ben. Hier setzt Fin­Ops-Fore­cas­ting an – ein Ansatz, der Finan­zen, Engi­nee­ring und Busi­ness in die Lage ver­setzt, gemein­sam belast­ba­re Pro­gno­sen zu erstel­len.

Im Zen­trum steht ein Prin­zip: grup­pen­ba­sier­tes Fore­cas­ting, auch als „col­la­bo­ra­ti­ve fore­cas­ting“ bekannt. Es kom­bi­niert rea­le Nut­zungs­da­ten mit dem Wis­sen der Ver­ant­wort­li­chen – und macht Pro­gno­sen genau­er, dyna­mi­scher und hand­lungs­fä­hig.

Warum klassische Forecasting-Modelle in der Cloud versagen

In tra­di­tio­nel­len IT-Struk­tu­ren wer­den Bud­gets jähr­lich oder halb­jähr­lich geplant. Die tat­säch­li­chen Aus­ga­ben wei­chen davon oft nur gering­fü­gig ab – Kapa­zi­tä­ten sind fest defi­niert, Inves­ti­tio­nen plan­bar. Doch in der Cloud sieht das anders aus:

  • Res­sour­cen wer­den on-demand pro­vi­sio­niert und abge­rech­net.
  • Die Zahl der Ver­ant­wort­li­chen (Teams, DevOps, Appli­ka­ti­ons­eig­ner) ist groß.
  • Opti­mie­rungs­maß­nah­men (z. B. Right­si­zing) ver­än­dern den Res­sour­cen­be­darf stän­dig.
  • Neue Ser­vices oder Pro­jek­te kön­nen inner­halb von Tagen ent­ste­hen.

Das Ergeb­nis: klas­si­sche Fore­cas­ting-Ver­fah­ren lie­fern kei­ne rea­lis­ti­sche Pro­gno­se, und Con­trol­ler ste­hen vor Black­bo­xes.

FinOps bringt Struktur in das Cloud-Forecasting

Fin­Ops ist ein Frame­work, das Finan­zen, Tech­nik und Busi­ness an einen Tisch bringt. Im Fore­cas­ting bedeu­tet das:

  • Engi­nee­ring kennt die tech­ni­schen Hin­ter­grün­de des Ver­brauchs.
  • Finan­ce kennt die Bud­get­vor­ga­ben, wirt­schaft­li­chen Zie­le und Buchungs­re­geln.
  • Busi­ness kennt die stra­te­gi­schen Plä­ne und Aus­las­tungs­sze­na­ri­en.

Fin­Ops-Fore­cas­ting zielt auf kon­ti­nu­ier­li­che, rea­li­täts­na­he, anpass­ba­re Pro­gno­sen auf Grund­la­ge von Daten – kom­bi­niert mit Erfah­rungs­wis­sen der Teams.

Gruppenbasiertes Forecasting – das Prinzip

Beim grup­pen­ba­sier­ten Fore­cas­ting wer­den Fore­casts nicht zen­tral im Con­trol­ling erstellt, son­dern gemein­sam mit den Ver­brauchs­ver­ant­wort­li­chen. Das bedeu­tet:

  1. Cloud-Kos­ten wer­den je Team, Appli­ka­ti­on oder Pro­jekt agg­re­giert.
  2. Ver­gan­gen­heits­da­ten (Kos­ten, Nut­zung, Trends) wer­den bereit­ge­stellt.
  3. Jedes Team pro­gnos­ti­ziert sei­nen vor­aus­sicht­li­chen Bedarf, oft monat­lich oder quar­tals­wei­se.
  4. Der Fore­cast wird ite­ra­tiv abge­stimmt und mit dem Gesamt­bud­get abge­gli­chen.

➡️ Rele­van­ter Arti­kel: Echt­zeit-Trans­pa­renz im Cloud Finan­cial Manage­ment – Daten über­wa­chen und han­deln

Die vier Säulen eines erfolgreichen FinOps-Forecasts

Verbrauchsdaten auf Team- und Applikationsebene

Grund­la­ge ist eine sau­be­re Cloud-Kos­ten­struk­tur. Fore­casts müs­sen nicht auf Sub­scrip­ti­ons, son­dern auf Geschäfts­ein­hei­ten bezo­gen sein – also:

  • Appli­ka­ti­on A (Team X): 35.000 €/Monat
  • Pro­jekt B (Team Y): 12.000 €/Monat

Vor­aus­set­zung: ein kla­res Tag­ging-Modell oder Account-/Pro­jekt­struk­tur in AWS, Azu­re, GCP etc.

➡️ Mehr zur Tag­ging-Basis: Tools & Tech­no­lo­gien im Cloud Finan­cial Manage­ment

Forecast-Zyklen und Review-Prozesse

Fore­casts in der Cloud soll­ten monat­lich über­prüft und ange­passt wer­den. Fin­Ops-Teams füh­ren dazu Fore­cas­ting-Zyklen ein:

  • Monat­li­ches Fore­cast-Review mit allen Teams
  • Dif­fe­renz­ana­ly­se (Fore­cast vs. Ist)
  • Ursa­chen­ana­ly­se bei Abwei­chun­gen

Das Prin­zip: Esti­ma­te Ear­ly, Adjust Often

Forecasting-Support durch Visualisierung und Tools

Fore­casts müs­sen für die Ver­ant­wort­li­chen leicht ver­ständ­lich und edi­tier­bar sein. Geeig­net sind:

  • Dash­boards mit Kos­ten­his­to­rie
  • Trend­ana­ly­sen und Sai­so­na­li­tä­ten
  • Ein­ga­be­mas­ken für Fore­casts
  • Alerts bei Bud­get­über­schrei­tung

➡️ Sie­he dazu auch: Dash­boards und KPIs im Cloud Finan­cial Manage­ment

Verankerung im Governance-Prozess

Fore­casts ent­fal­ten ihre Wir­kung nur, wenn sie in Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein­ge­bun­den sind:

  • Quar­ter­ly Busi­ness Reviews (QBRs)
  • Cloud Bud­get Plan­ning Ses­si­ons
  • Archi­tek­tur­ent­schei­dun­gen mit Kos­ten­be­trach­tung

Fin­Ops ist kein Self-Ser­vice, son­dern ein struk­tu­rier­ter Gover­nan­ce-Ansatz, der kon­ti­nu­ier­lich ange­passt wird.

Forecast - welche Kosten fallen in der Cloud an

Beispiel aus der Praxis: Forecasting bei einem SaaS-Unternehmen

Ein mit­tel­gro­ßes SaaS-Unter­neh­men mit Mul­ti-Cloud-Stra­te­gie hat­te stei­gen­de Cloud-Kos­ten bei unkla­rer Bud­get­ver­ant­wor­tung. Nach Ein­füh­rung eines Fin­Ops-Fore­cas­ting-Pro­zes­ses:

  • Wur­den alle Teams ver­pflich­tet, monat­li­che Fore­casts abzu­ge­ben.
  • Die Fore­casts wur­den über ein zen­tra­les Dash­board agg­re­giert.
  • Abwei­chun­gen >10 % wur­den sys­te­ma­tisch ana­ly­siert.
  • Das Unter­neh­men redu­zier­te Kos­ten­über­ra­schun­gen um 80 %.

Beson­de­rer Erfolgs­fak­tor: Schu­lung der Ent­wick­ler in Fin­Ops-Grund­la­gen und kla­re Ver­ant­wort­lich­kei­ten.

➡️ Inter­es­san­ter Ver­gleich: Fin­Ops vs. Cloud Finan­cial Manage­ment – Unter­schie­de und Syn­er­gien

Vorteile des gruppenbasierten Forecastings

Vor­teil

Wir­kung

Höhe­re Genau­ig­keit

Fore­cast basiert auf rea­lem Wis­sen im Team

Höhe­re Akzep­tanz

Teams ver­ant­wor­ten ihre Zah­len selbst

Früh­zei­ti­ges Erken­nen von Abwei­chun­gen

Zeit­na­hes Han­deln mög­lich

För­de­rung der Kos­ten­kul­tur

Fin­Ops wird als gemein­sa­me Auf­ga­be ver­stan­den

Herausforderungen – und wie man ihnen begegnet

Man­geln­des Kos­ten­be­wusst­sein im Engi­nee­ring

✅ Lösung: Trai­nings und Work­shops, ein­fa­che Reports, Kos­ten in Deploy­ments sicht­bar machen.

Feh­len­de tech­ni­sche Grund­la­ge für Team­split­ting

✅ Lösung: Ein­füh­rung von Cost Allo­ca­ti­on Tags, Landing Zones mit Account Sepa­ra­ti­on.

Kein Fore­cas­ting-Tool eta­bliert

✅ Lösung: Start mit Excel oder Goog­le Sheets, spä­ter Inte­gra­ti­on in Fin­Ops-Tools wie Cloud­He­alth, App­tio Clou­da­bili­ty oder OptSca­le.

Wie du mit FinOps-Forecasting startest

  1. Kos­ten­struk­tur ana­ly­sie­ren: Wel­che Ser­vices ver­ur­sa­chen wel­che Kos­ten?
  2. Ver­ant­wort­lich­kei­ten klä­ren: Wer fore­cas­tet was?
  3. Fore­cast-Zyklus ein­füh­ren: z. B. monat­lich mit Review-Ter­mi­nen
  4. Tools und Visua­li­sie­run­gen bereit­stel­len: nied­rig­schwel­lig star­ten
  5. Erfol­ge sicht­bar machen: Fore­cast Accu­ra­cy im Zeit­ver­lauf

Fazit: Prognose ist Teamarbeit – mit FinOps gelingt sie

Cloud-IT erfor­dert neue Denk­wei­sen im Con­trol­ling. Fin­Ops-Fore­cas­ting ist kein Ersatz für klas­si­sche Bud­ge­tie­rung, son­dern ihre sinn­vol­le Erwei­te­rung:
Daten­ge­trie­ben. Adap­tiv. Kol­la­bo­ra­tiv.

Gera­de in dyna­mi­schen, ska­lie­ren­den Cloud-Umge­bun­gen ist ein grup­pen­ba­sier­ter Fore­cast der Schlüs­sel zu Pla­nungs­si­cher­heit, Kos­ten­trans­pa­renz und bes­se­rem Busi­ness-IT-Ali­gnment.

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