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Mapping von FinOps-Services zu ITFM/TBM-Services

So verknüpfst du Hyperscaler mit Bestands-Services 🧩💡

Die IT-Welt ist heu­te zwei­ge­teilt – auf der einen Sei­te steht die klas­si­sche IT mit gewach­se­nen Ser­vice­ka­ta­lo­gen, trans­pa­ren­tem Kos­ten­re­port­ing und eta­blier­ten Gover­nan­ce-Struk­tu­ren. Auf der ande­ren Sei­te wächst die Cloud rasant: mit fle­xi­blen Res­sour­cen, gra­nu­la­ren Abrech­nungs­mo­del­len und einer Viel­zahl tech­ni­scher Ser­vices, die täg­lich neu ent­ste­hen oder ver­schwin­den. Zwi­schen die­sen bei­den Wel­ten klafft oft eine Lücke – ins­be­son­de­re dann, wenn es um die finan­zi­el­le Steue­rung geht.

Vie­le Unter­neh­men arbei­ten bereits mit Frame­works wie ITFM (IT Finan­cial Manage­ment) oder TBM (Tech­no­lo­gy Busi­ness Manage­ment), um inter­ne Ser­vices zu bewer­ten, Bud­gets zu pla­nen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten klar zuzu­wei­sen. Gleich­zei­tig eta­blie­ren sich Fin­Ops-Metho­den, um Cloud-Aus­ga­ben effi­zi­ent zu ana­ly­sie­ren und zu opti­mie­ren. Doch solan­ge die­se bei­den Dis­zi­pli­nen neben­ein­an­der exis­tie­ren, statt mit­ein­an­der zu wir­ken, blei­ben vie­le Poten­zia­le unge­nutzt.

Genau an die­ser Stel­le setzt das Map­ping von Fin­Ops-Ser­vices zu ITFM- oder TBM-Ser­vices an. Es geht dar­um, Cloud-Ser­vices wie „Ama­zon EC2“, „Azu­re Blob Sto­rage“ oder „Goog­le Cloud Func­tions“ den klas­si­schen IT-Ser­vices wie „Web­shop“, „CRM-Sys­tem“ oder „Daten­platt­form“ zuzu­ord­nen. Die­se Zuord­nung schafft die not­wen­di­ge Brü­cke zwi­schen tech­ni­scher Rea­li­tät und finan­zi­el­lem Steue­rungs­mo­dell. Und das ist nicht nur ein theo­re­ti­sches Kon­strukt – son­dern ein hoch­gra­dig prak­ti­scher, ope­ra­ti­ver Pro­zess, der direkt mess­ba­ren Nut­zen bringt.

Warum dieses Mapping so essenziell ist 🔎

Die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung bei der finan­zi­el­len Steue­rung von Cloud-IT liegt in ihrer Gra­nu­la­ri­tät. In klas­si­schen IT-Struk­tu­ren ist klar defi­niert, wie viel ein E‑Mail-Ser­vice kos­tet oder wer für das ERP-Sys­tem ver­ant­wort­lich ist. Die Cloud hin­ge­gen frag­men­tiert die­se Trans­pa­renz in tau­sen­de Ein­zel­pos­ten: Com­pu­te-Zeit, Netz­werk­aus­gang, Sto­rage-Tiers, Lizen­zen, Ser­ver­less-Funk­tio­nen – alle mit eige­nem Preis­mo­dell, alle dyna­misch ska­lier­bar.

Ohne eine kon­sis­ten­te, ser­vice­ba­sier­te Zusam­men­füh­rung die­ser Ein­zel­kos­ten ist kei­ne sinn­vol­le Wei­ter­ver­rech­nung mög­lich. Bud­get­über­schrei­tun­gen blei­ben unent­deckt, Ver­ant­wort­lich­kei­ten ver­wi­schen, und stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen zur Kos­ten­op­ti­mie­rung basie­ren auf unvoll­stän­di­gen Infor­ma­tio­nen.

Ein gutes Map­ping sorgt also für:

  • Klar­heit: Wel­che Cloud-Kos­ten ent­fal­len auf wel­chen IT-Ser­vice?
  • Ver­ant­wor­tung: Wer ist für die Kos­ten­ent­wick­lung ver­ant­wort­lich?
  • Pla­nungs­si­cher­heit: Wel­che Bud­gets müs­sen für wel­che Ser­vices bereit­ge­stellt wer­den?
  • Opti­mie­rungs­po­ten­zi­al: Wo kön­nen Res­sour­cen effi­zi­en­ter genutzt oder ein­ge­spart wer­den?

 

FinOps und ITFM funktionieren am besten im Duett.

Der Weg zum Mapping: Von der Idee zur Umsetzung 🛤️

Bevor man sich in tech­ni­sche Details und Tools ver­tieft, soll­te man zunächst das Ziel des Map­pings klar defi­nie­ren: Es geht nicht ein­fach dar­um, eine „Über­set­zung“ zwi­schen AWS-Ser­vices und ITFM-Kate­go­rien zu schaf­fen. Viel­mehr soll ein durch­gän­gi­ges Modell ent­ste­hen, das Ver­ant­wort­lich­kei­ten, Kos­ten­struk­tu­ren und Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le in einem kon­sis­ten­ten Ser­vice-Frame­work abbil­det.

Ein typi­scher Aus­gangs­punkt ist ein bereits vor­han­de­ner IT-Ser­vice­ka­ta­log. Die­ser umfasst in der Regel alle Appli­ka­tio­nen und tech­ni­schen Diens­te, die der inter­nen oder exter­nen Nut­zung die­nen – von klas­si­schen Geschäfts­an­wen­dun­gen über zen­tra­le Infra­struk­tur­kom­po­nen­ten bis hin zu digi­ta­len Platt­for­men. In vie­len Fäl­len ist die­ser Kata­log in einem ITSM- oder CMDB-Sys­tem gepflegt, etwa in Ser­viceNow, Matrix42 oder einer eige­nen Excel-Struk­tur.

Auf der ande­ren Sei­te steht die Welt der Cloud-Ser­vices, die über Tools wie den AWS Cost Explo­rerAzu­re Cost Manage­ment oder dedi­zier­te Fin­Ops-Platt­for­men wie Cloud­He­althApp­tio Clou­da­bili­ty oder Kube­cost ana­ly­siert wer­den. Hier fin­den sich detail­lier­te Abrech­nun­gen ein­zel­ner Res­sour­cen – teils gut struk­tu­riert, teils unüber­sicht­lich und unge­taggt. Die Auf­ga­be besteht nun dar­in, die­se bei­den Daten­wel­ten zusam­men­zu­füh­ren.

Vom Datensilo zur Kostenlandkarte 🌐

In der Pra­xis beginnt das Map­ping mit der Iden­ti­fi­ka­ti­on rele­van­ter Cloud-Res­sour­cen und ihrer Bezie­hung zu bestehen­den IT-Ser­vices. Oft gibt es bereits ers­te Hin­wei­se – bei­spiels­wei­se durch Res­sour­cen­na­men, Pro­jekt­zu­wei­sun­gen oder orga­ni­sa­to­ri­sche Zuord­nun­gen. Doch wer auf manu­el­le Nach­ver­fol­gung und Bauch­ge­fühl setzt, wird schnell an Gren­zen sto­ßen. Hier ent­fal­tet sich die eigent­li­che Kunst: die Imple­men­tie­rung einer durch­dach­ten Tag­ging-Stra­te­gie.

Tags sind der Schlüs­sel zum Erfolg. Durch kon­sis­ten­tes Tag­ging wird jede Res­sour­ce in der Cloud ein­deu­tig einem IT-Ser­vice, einer Kos­ten­stel­le oder einem Pro­jekt zuge­ord­net. Nur so ist es mög­lich, aus der Viel­zahl tech­ni­scher Ein­zel­kos­ten ein schlüs­si­ges Bild pro Ser­vice zu erzeu­gen. Ein Bei­spiel: Drei EC2-Instan­zen, eine RDS-Daten­bank und ein S3-Bucket gehö­ren zusam­men zum Ser­vice „Web­shop“. Sie wer­den alle mit dem Tag Service=Webshop ver­se­hen. Künf­tig kann jede Kos­ten­ana­ly­se die­se Zusam­men­hän­ge auto­ma­tisch erken­nen – unab­hän­gig von Account oder Regi­on.

Doch bevor die­ses Ide­al­bild Rea­li­tät wird, ist meist eini­ges an Vor­ar­beit nötig: Das Cloud-Team muss die rele­van­ten Tags defi­nie­ren und durch­set­zen, das Fin­Ops-Team muss die Ana­ly­se­fä­hig­kei­ten auf­bau­en, und das ITFM-Team muss das neue Map­ping in bestehen­de Con­trol­ling-Model­le inte­grie­ren. Die­se Dis­zi­pli­nen agie­ren häu­fig noch in Silos – ein abge­stimm­tes Vor­ge­hen ist des­halb essen­zi­ell.

Von der Theorie zur Praxis: Das strukturierte Mappingmodell 🧱

Im nächs­ten Teil mei­ner Blog­rei­he zei­ge ich dir kon­kret, wie du Schritt für Schritt vor­gehst:

  • wie du dei­nen Ser­vice­ka­ta­log vor­be­rei­test
  • wie du rele­van­te Cloud-Res­sour­cen iden­ti­fi­zierst
  • wie du ein sinn­vol­les Tag­ging ein­führst
  • wie du das Map­ping doku­men­tierst und visua­li­sierst
  • und wie du dar­aus ein nach­hal­ti­ges Gover­nan­ce-Modell ent­wi­ckelst.

👉 Sei also gespannt auf den nächs­ten Arti­kel.

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