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Kostentransparenz mit Servicekatalogen

IT-Services messbar machen – Der Schlüssel zu fundierten IT-Kosten

In einer Zeit, in der IT-Aus­ga­ben kon­ti­nu­ier­lich stei­gen und digi­ta­le Trans­for­ma­tio­nen gan­ze Geschäfts­mo­del­le umkrem­peln, wird Trans­pa­renz über IT-Kos­ten zur unter­neh­me­ri­schen Pflicht. Beson­ders CIOs, IT-Con­trol­ler und Busi­ness-Ver­ant­wort­li­che ste­hen unter Druck, IT-Kos­ten nicht nur zu ver­ste­hen, son­dern sie stra­te­gisch zu steu­ern. Die wich­tigs­te Grund­la­ge dafür ist ein gut gepfleg­ter und durch­dach­ter Ser­vice­ka­ta­log – denn nur was benannt, kate­go­ri­siert und gemes­sen wird, kann auch opti­miert und ver­rech­net wer­den.

Warum Servicekataloge unverzichtbar sind

Ein Ser­vice­ka­ta­log ist mehr als eine ein­fa­che Lis­te von IT-Dienst­leis­tun­gen. Er bil­det die Brü­cke zwi­schen tech­ni­scher Kom­ple­xi­tät und betriebs­wirt­schaft­li­cher Ver­ständ­lich­keit. Rich­tig auf­ge­baut, erlaubt er:

  • eine prä­zi­se IT-Kos­ten­rech­nung,
  • den Ver­gleich inter­ner und exter­ner Leis­tun­gen,
  • die Ein­füh­rung von Show­back- und Char­ge­back-Model­len sowie
  • die akti­ve Steue­rung der IT-Nach­fra­ge.

Ser­vice­ka­ta­lo­ge geben Ant­wor­ten auf Fra­gen wie:

  • Was kos­tet ein Arbeits­platz pro Monat?
  • Wie viel geben wir für Spei­cher­lös­un­gen auf Appli­ka­ti­ons­ebe­ne aus?
  • Wie hoch sind die durch­schnitt­li­chen Kos­ten für ein Kun­den­por­tal?

➡️ Lies hier wei­ter: Char­ge­back und Show­back im IT Finan­cial Manage­ment – Ope­ra­ti­ve Ein­füh­rung, Nut­zen und Fall­stri­cke

Was einen guten Servicekatalog auszeichnet

Ein effi­zi­en­ter Ser­vice­ka­ta­log hat fol­gen­de Merk­ma­le:

  • Kun­den­ori­en­tie­rung: Er ist aus Sicht der Fach­be­rei­che geschrie­ben, nicht aus IT-Sicht.
  • Hier­ar­chie und Modu­la­ri­tät: Von Busi­ness Ser­vices über Tech­ni­cal Ser­vices bis zu Infra­struk­tur- und Platt­form­kom­po­nen­ten.
  • Bewert­bar­keit: Jeder Ser­vice ist mit Men­gen, Qua­li­tä­ten und Prei­sen ver­knüpft.
  • Pfleg­bar­keit: Er kann regel­mä­ßig aktua­li­siert und ange­passt wer­den.
  • Ver­knüp­fung mit dem CMDB: Für tech­ni­sche Tie­fe und Auto­ma­ti­sie­rungs­po­ten­zia­le.

Ein zen­tra­ler Aspekt dabei: Die Ver­bin­dung zwi­schen tech­ni­schen Ele­men­ten wie Ser­vern, Spei­chern oder Netz­wer­ken und geschäft­li­chen Leis­tun­gen, etwa einem CRM-Sys­tem oder einem Online­shop.

Der Weg zur Kostentransparenz mit Servicekatalogen

  1. IST-Auf­nah­me und Ziel­bild

Zu Beginn steht die Fra­ge: Wel­che Ser­vices erbrin­gen wir über­haupt? Oft liegt bereits eine impli­zi­te Struk­tur in Form von Appli­ka­ti­ons­lis­ten, Ser­ver­da­ten oder Help­desk-Tickets vor. Ziel ist es, dar­aus ein kon­sis­ten­tes, ver­ständ­li­ches Ser­vice­port­fo­lio zu ent­wi­ckeln.

Ziel­bild:
Ein Ser­vice­ka­ta­log, der zwi­schen Busi­ness Ser­vices, Tech­ni­cal Ser­vices und Sup­port Ser­vices unter­schei­det – ein bewähr­tes Modell z. B. aus dem Tech­no­lo­gy Busi­ness Manage­ment (TBM)-Rah­men­werk.

➡️ Mehr dazu hier: IT-Kos­ten­ana­ly­se mit TBM – Schnell­start durch stan­dar­di­sier­te Ana­ly­se nach Cost Pools und IT-Towern

  1. Ser­vices defi­nie­ren und bewer­ten

Jeder Ser­vice erhält:

  • eine Defi­ni­ti­on (Was tut die­ser Ser­vice? Für wen?)
  • Kenn­zah­len (z. B. Anzahl Nut­zer, Daten­vo­lu­men)
  • Kos­ten­be­stand­tei­le (Hard­ware, Lizen­zen, Per­so­nal, Cloud-Nut­zung etc.)
  • ggf. Ver­rech­nungs­ein­hei­ten (Kos­ten je Ein­heit, z. B. pro Benut­zer, Ticket, GB)

Die­ser Schritt ist zen­tral für die spä­te­re Nutz­bar­keit des Kata­logs in Bud­get­pla­nun­gen, Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen und der inter­nen Leis­tungs­ver­rech­nung.

  1. Inte­gra­ti­on in die IT-Finanz­pro­zes­se

Ein Ser­vice­ka­ta­log ist kein Selbst­zweck. Sei­ne Stär­ke ent­fal­tet er, wenn er sys­te­ma­tisch in Pro­zes­se ein­ge­bun­den wird:

  • Bud­get­pla­nung auf Basis von Ser­vice-Nut­zung
  • Fore­cas­ting über ver­än­der­te Bedar­fe
  • Kos­ten­stel­len­zu­ord­nung durch Ser­vice-Nut­zung
  • Kenn­zah­len-Dash­boards mit Ser­vice­be­zug

➡️ Sie­he auch: Dash­boards und KPIs im IT Finan­cial Manage­ment – Quick Wins für Trans­pa­renz

 

Servicekatalog - Voraussetzung für Kostentransparenz

Typische Herausforderungen – und wie man sie überwindet

Unvollständige oder technische Sicht

Oft ent­ste­hen Ser­vice­ka­ta­lo­ge aus der IT her­aus – und blei­ben dort ste­cken. Fach­be­rei­che kön­nen mit Bezeich­nun­gen wie „Win­dows AD Ser­vice“ oder „VM Hos­ting“ wenig anfan­gen. Statt­des­sen soll­ten Ser­vices lau­ten:

  • „Digi­ta­le Arbeits­platz­um­ge­bung“
  • „Daten­bank­be­trieb für Kun­den­por­ta­le“
  • „Anwen­dungs-Sup­port 1st Level“

Fehlende Kostenzuordnung

Vie­le IT-Abtei­lun­gen haben zwar Zah­len, aber kei­ne Kos­ten­struk­tu­ren pro Ser­vice. Der Kata­log braucht Schnitt­stel­len zur Buch­hal­tung, zum CMDB-Sys­tem, zu Cloud-Kos­ten­stel­len und ggf. zu Zeit­er­fas­sungs­sys­te­men.

➡️ Prak­ti­sche Hil­fe: Check­lis­te – Sind mei­ne ERP-Buchungs­be­le­ge aus­wert­bar für IT Finan­cial Manage­ment?

Technische Komplexität der IT-Landschaft

Ein kon­so­li­dier­ter Ser­vice­ka­ta­log erfor­dert eine kla­re Sicht auf die dar­un­ter­lie­gen­den Sys­te­me. Vor allem bei hybri­den Archi­tek­tu­ren mit Cloud- und On-Prem-Kom­po­nen­ten wird dies schnell unüber­sicht­lich.

➡️ Rele­van­ter Bei­trag: Kos­ten­zu­ord­nung in hybri­den Infra­struk­tu­ren – Wie Cloud und On-Prem sau­ber getrennt ver­rech­net wer­den kön­nen

Strategischer Nutzen – mehr als nur Kostenrechnung

Ein sau­ber defi­nier­ter und gepfleg­ter Ser­vice­ka­ta­log ist nicht nur ein Werk­zeug der IT-Kos­ten­rech­nung. Er ist zen­tra­ler Bestand­teil der IT-Gover­nan­ce und Steue­rung. Ein paar Bei­spie­le:

  • IT-Demand Manage­ment: Wel­che Ser­vices sind wie stark nach­ge­fragt? Wo ent­ste­hen Bot­t­len­ecks?
  • IT-Inves­ti­ti­ons­pla­nung: Wel­che Ser­vices sind ver­al­tet oder inef­fi­zi­ent?
  • Bench­mar­king und Sourcing: Wel­che Leis­tun­gen kön­nen intern güns­ti­ger erbracht wer­den – oder soll­ten extern bezo­gen wer­den?

➡️ Ver­tie­fung: Demand Manage­ment im ITFM – Stra­te­gi­sche Steue­rung von Appli­ka­ti­ons- und Pro­jekt­be­dar­fen

Automatisierung und Weiterentwicklung

Moder­ne IT-Orga­ni­sa­tio­nen set­zen zuneh­mend auf auto­ma­ti­sier­te Ser­vice­be­wer­tung und ‑ver­rech­nung. Mit der Inte­gra­ti­on von Tools wie CMDB, Cloud-Kos­ten­re­port­ing und ERP-Schnitt­stel­len las­sen sich vie­le Pro­zes­se auto­ma­ti­sie­ren:

  • auto­ma­ti­sche Men­gen­mes­sung (z. B. Spei­cher­ver­brauch)
  • Kos­ten­ag­gre­ga­ti­on aus rea­len Ver­brauchs­da­ten
  • Live-Dash­boards und Alerts bei Bud­get­ab­wei­chun­gen

➡️ Sie­he auch: Auto­ma­ti­sier­te Kos­ten­kon­trol­le in der On-Prem-IT – Tools und Her­aus­for­de­run­gen

Fazit: Der Servicekatalog ist kein Excel-Projekt – sondern ein strategisches Asset

Ein sau­ber auf­ge­setz­ter Ser­vice­ka­ta­log ver­än­dert die Art, wie über IT gespro­chen wird – vom „Kos­ten­fak­tor“ zur „Ser­vice­or­ga­ni­sa­ti­on mit wirt­schaft­li­chem Den­ken“.
Er hilft dabei, Ent­schei­dun­gen fak­ten­ba­siert zu tref­fen, Inves­ti­tio­nen zu steu­ern und IT wirk­lich als Dienst­leis­ter wahr­zu­neh­men. Für jede Orga­ni­sa­ti­on, die ernst­haft IT-Kos­ten mana­gen will, ist ein pro­fes­sio­nel­ler Ser­vice­ka­ta­log alter­na­tiv­los.

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